5 populäre Irrtümer über das Gehirn

Irrtum 1: Menschen benutzen nur 10 Prozent ihres Gehirns

Die Aussage, dass der Mensch nur etwa 10 % seines gesamten Gehirnpotentials nutze, die restlichen 90 % aber „brach liegen“, ist ein weit verbreiteter Mythos. Entstanden ist er letztlich durch ein falsches Verständnis, bzw. eine falsche Interpretation physiologischer und neurowissenschaftlicher Untersuchungen und Experimente. Im Laufe der Zeit wurde der „Zehn-Prozent-Mythos“ zwar mehrfach wissenschaftlich widerlegt, hielt sich jedoch unter anderem durch Verwendung in der Werbung und Popkultur recht hartnäckig am Leben. Zudem wurde er oft fälschlicherweise berühmten intellektuellen Personen wie Albert Einstein oder Margaret Mead zugeschrieben und suggeriert damit, dass diese Personen gewusst hätten, wie sie die eigenen, ungenutzten Gehirnpotentiale nutzen können.

Irrtum 2: Rechte vs. linke Gehirnhälfte

Die Behauptung, dass wir eine rationale, analytische linke und eine intuitive, künstlerische rechte Gehirnhälfte hätten, ist eine starke Vereinfachung. Tatsächlich benutzen Menschen beide Hemisphären für sämtliche kognitiven Funktionen. Das linkes Gehirn/rechtes Gehirn-Konzept entstand aus der Erkenntnis heraus, dass viele (nicht alle) Menschen sprachliche Informationen vorwiegend in der linken Gehirnhälfte verarbeiten, während räumliches Denken und emotionale Eindrücke eher in der rechten Gehirnhälfte stattfinden. Psychologen haben diese Feststellungen dann verwendet, um Unterscheidungen zwischen verschiedenen Persönlichkeitstypen erklären zu können. Neurowissenschaftliche Studien zeigen keinen Beweis dafür, dass die rechte Hemisphäre der Ort sei, an dem die Kreativität zu verorten sei. Und das Gehirn benutzt beide Seiten, wenn wir ein Buch lesen oder eine Rechenaufgabe lösen.

Irrtum 3: Man muss erst eine Sprache vollständig beherrschen, bevor man eine neue lernt

Kinder, die zweisprachig aufwachsen, also sowohl beispielsweise Deutsch und Französisch lernen, bringen die Sprachen nicht durcheinander und entwickeln sich dadurch auch nicht langsamer.

Tatsächlich ist es so, dass die zweisprachige Erziehung kleiner Kinder zu einem besseren generellen Verständnis der jeweiligen Sprachstrukturen führt.

Irrtum 4: Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden sich in einer Weise, die die Art wie wir lernen, beeinflusst

Männliche und weibliche Gehirne sind verschieden und dieser grundsätzlich unterschiedliche Aufbau führt dazu, dass unsere Gehirne verschieden arbeiten. Soweit so gut. Allerdings konnte bisher durch keine Studie nachgewiesen werden, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt, wie sich neuronale Verbindungen in unseren Gehirnen bilden, wenn wir etwas Neues lernen.

Irrtum 5: Jedes Kind hat einen speziellen Lernstil

Die Auffassung, dass ein Schüler besser lerne, wenn er seinem speziellen Lernstil folgend sich auf eine Prüfung vorbereitet, indem er sich (als „visuelle Lerner“) ausschließlich Grafiken anschaut, wurde bisher durch keine Studie bestätigt.

Die Mischung machts! Tatsächlich bleibt Lernstoff am besten dauerhaft im Kopf hängen, wenn man ihn auf verschiedene Arten aufnimmt. Also zum Beispiel erstmal darüber in einem Buch lesen, die Informationen dann auf Karteikarten schreiben, ein gutes Video über das zu lernende Thema schauen und gegebenenfalls einen Podcast hören. Langfristig bleibt die Information durch Wiederholung in immer längeren Intervallen im Kopf. Also immer mal wieder die Karteikarten hervorholen und wiederholen, wiederholen, wiederholen!

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