Multiple Intelligenzen

Sicherlich ist vielen von euch schon einmal der Menschen-Typus des "lebensunfähigen Genies" begegnet. Das Phänomen, dass Menschen, die als überdurchschnittlich intelligent gelten, teilweise an banalen Problemen des Lebens scheitern, ist keineswegs neu.

Von Einstein über Goethe bis hin zu Euklid. Selbst diesen, anerkanntermaßen, sehr smarten Herren wurden in bestimmten Teilbereichen nachgesagt, nicht mal einigermaßen durchschnittliche Leistungen zu erbringen. Dem Begründer der Relativitätstheorie , beispielsweise, wird unterstellt, sich er selbst den kürzesten Einkaufszettel nicht im Kopf behalten konnte. Goethe dagegen, soll ein lausiger Kopfrechner gewesen sein.

Trotzdem gilt Einstein, mit einem IQ von deutlich über 140 Punkten, als hochbegabt.

Wie passt es also zusammen, dass Genies an Alltagsproblemchen scheitern können? Diese Frage hatte sich in den 1980er Jahren auch der amerikanische Harvard-Professor Howard Gardner gestellt. Um einer Antwort auf die Spur zu kommen, entwickelte er die Theorie der multiplen Intelligenzen. Kern der Theorie war Howards Überzeugung, dass der gängige Intelligenztest nicht alle Facetten der Intelligenz abbildet. Howard machte zunächst acht verschiedene Intelligenzen aus:

 

1. Die sprachlich-linguistische Intelligenz

Als sprachlich-linguistisch besonders intelligent, sollte gelten, wer in der Lage ist seine Gedanken sehr fokussiert zu sortieren und diese auch sprachlich ausdrücken kann. Das schnelle Erfassen von Geschriebenem sollte ebenfalls Merkmal dieser Intelligenzform sein.

 

2. Die logisch-mathematische Intelligenz

Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich hierbei um die Fähigkeit Probleme systematisch/wissenschaftlich zu analysieren und zu einer stringenten Lösung zu kommen.

 

3. Die intrapersonelle Intelligenz

Howard zählte hierzu die Begabung zur Kontrolle der eigenen Emotionen und die Fähigkeit durch Reflexion zu Selbsterkenntnis zu gelangen.

 

4. Die interpersonelle Intelligenz

Der empathische Umgang mit Menschen und das effektive Kommunizieren sind, nach Howard, Kern der interpersonellen Intelligenz.

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5. Naturalistische Intelligenz

Das Erkennen, Differenzieren und Einordnen (Klassifizieren) von Objekten in wissenschaftlicher Weise, schrieb Howard der naturalistischen Intelligenz zu.

 

6. Musikalisch-rythmische Intelligenz

Um die Fähigkeiten von Koryphäen wie Mozart oder van Beethoven einordnen zu können, erdachte Howard die musikalisch-rythmische Intelligenz. Die Begabung die eigene Kreativität in musikalische Form zu übersetzen und Musik analysieren zu können zeichnet die Schwergewichte dieser Intelligenz aus. Natürlich gehört das Spielen eines Instrumentes ebenfalls hierzu.

 

7. Körperlich-kinästhetische Intelligenz

Wer seinen Körper überdurchschnittlich gut koordiniert bewegen kann, verfügt, nach Howard, über körperlich-kinästhetische Intelligenz. Diese Art der Intelligenz ist aber nicht nur, wie es nahe liegt, bei guten Sportlern sondern auch bei Handwerkern deutlich ausgeprägt.

8. Bildlich-räumliche Intelligenz

Das schnelle Erfassen räumlicher Zusammenhänge und die Fähigkeit die Eindrücke gedanklich zu verarbeiten, zeichnet die bildlich-räumliche Intelligenz aus. Nach der Vorstellung von Howard, hätten da Vinci und Picasso bei Test abräumen müssen.

 

Heute wird die Theorie der multiplen Intelligenzen als veraltet angesehen und selbst Howard scheint sicht, nach eigener Aussage, nicht mehr sicher zu sein. Fest steht, dass zum Thema Intelligenz das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde. Zwar ist man, beispielsweise durch bildgebende Verfahren (MRT etc.) heute in der Lage einzele, besonders ausgeprägte Hirnareale mit verschiedenen Begabungen in Verbindung zu bringen, der Stein der Waisen lässt allerdings noch immer auf sich warten.

Wir dürfen also auch künftig auf Neuigkeiten aus der Wissenschaft gespannt sein.

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