Zu viel Stress macht vergesslich

Stress kann ja -zumindest kurzzeitig- recht hilfreich sein. Zum Beispiel in Gefahr-, beziehungsweise Fluchtsituationen. Für genau solche Situationen hat unser Organismus ein hochleistungsfähiges System geschaffen, das in kürzester Zeit ein hohes Maß an Energie zur Verfügung stellt und das Reaktionsvermögen stark erhöht. Das war früher natürlich sehr praktisch, wenn man vor einem Säbelzahntiger flüchten musste oder sich gegen einen Angriff des verfeindeten Nachbarstammes wehren musste. Doch im Laufe der Jahrtausende hat sich die Umwelt, in der wir leben, stark verändert. Klassische Stressreize wie Angriff, Hunger, Kälte oder starke körperliche Beanspruchung, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen, gibt es kaum noch.

Vielmehr sind wir in unserer hochzivilisierten Welt heute mit Stressoren wie Reizüberflutung, zu vielen Aktivitäten, Isolation, zwischenmenschlichen Konflikten und Lärm konfrontiert. Flucht oder Angriff helfen da leider nur bedingt. Das jedoch ist fatal, denn deswegen fehlt dem Körper die Möglichkeit, die angestaute Stressreaktion wieder abzubauen. Es kann lange dauern, bis der Körper wieder zu seinem physiogischen Gleichgewicht zurückfindet.

Langfristig verursachen chronisch ausgeschüttete Stresshormone eine Vielzahl an Schäden. Das wissen Forscher schon längst. So scheint zum Beispiel das Kurzzeitgedächtnis zu leiden, wenn der Körper ständig Stresshormone ins Blut ausschüttet. Von dieser negativen Folge insbesondere betroffen sind, so berichten nun Wissenschaftler, offenbar ältere Gehirne.

Stress macht Ältere vergesslich

Neurologen hatten dies an jungen und älteren mehr oder weniger gestressten Mäusen getestet, die in einem Labyrinth Erinnerungsleistungen abrufen sollten. Insbesondere die schon älteren Mäuse, die zudem noch einen hohen Pegel des Stresshormons Kortikosteron aufwiesen, schnitten in dem Test schlechter ab. Auffällig war zudem, dass der präfrontrale Kortex des Gehirns dieser Tiere auffällig schwach vernetzt war. Nach Auffassung der Forscher mussten in diesem für das Kurzzeitgedächtnis wichtigen Areal unter dem Einfluss des Hormons viele Neuronenverbindungen gekappt worden sein. Zwar wurde der Versuch nur an Mäusen durchgeführt, jedoch vermuten die Neurologen, dass es sich bei Menschen recht ähnlich abspielen dürfte. Chronischer Stress sei zwar nur eine von mehreren möglichen Ursachen für ein nachlassendes Gedächtnis- dafür allerdings eine besonders wichtige, die man zudem auch noch selbst reduzieren könne.

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